Reifeprüfung bei Kaffeebohnen: bei dunkelkirschgelb darf geerntet werden

Das Resultat reifer Kaffebohnen bekommt man faktisch nur bei Premiumqualitäten in die Tasse. Der Grund? Industriell verarbeiteter Kaffee wird von Billiglohn-Erntehelfern in einem Durchgang geerntet und gleich weiterverarbeitet.  

Eine reife Kaffeebohne hat, je nach Varietät, ein sattes Rot oder ein leuchtendes Bourbongelb

Kleinere Kaffeebauern machen sich nun die Mühe und sortieren die besonders schönen und reifen Kaffeekirschen aus, um diese dann gesondert als Premiumqualität zu verkaufen. Grüne, überreife und Mangelbohnen werden zu Spotpreisen an die Lebensmittelindustrie verkauft.

Billig-Kaffee, Magenschmerzen inklusive

Chef-Barista Michael Haller vom Wiener Rösthaus sortiert händisch reife Kaffeebohnen von unreifen aus
Chef-Barista Michael Haller beim Aussortieren der reifen Kaffeebohnen

„Das sind dann die Billig- und Instantkaffees, die wir aus dem Handel kennen“, erklärt Rösthaus-Chef-Barista Michael Haller. „Kommt zu den unreifen Bohnen dann noch ein entsprechend hoher Anteil an säureintensiveren Robusta-Bohnen dazu, darf man sich nicht wundern wenn der ‚Kaffeegenuss‘ dann Sodbrennen oder Magenschmerzen verursacht. Das ist wie wenn man unreifes Obst isst, “ so der Kaffee-Experte. Er hat bei seinen ausgedehnten Reisen zu asiatischen Kaffeeplantagen sogar schon selbst bei so einer Sortier-Challenge mitgemacht. „Das ist eine Arbeit kann ich euch sagen, aber es lohnt sich!“ Stolz trägt er das dunkelrote Bändchen, das die Sortierer als Richtlinie tragen. Denn das ist die Farbe, die Edelröstereien wie das Wiener Rösthaus sehen wollen. Und das ist der Genuss, den wahre Kenner in ihrer Tasse wiederfinden möchten. 

Kaffee: Erst beim Rösten kommt die Wahrheit ans Licht

Kaffee-Ernte bei der reife, unreife und überreife Kaffeekirschen zu sehen sind
Das Ergebnis einer typischen Billig-Kaffee-Ernte

Wie merkt man das, wenn man unreife Bohnen gekauft hat, fragt sich nun der Laie. Gar nicht! Denn die Kaffeekirschen werden nach der Ernte zum Trocknen aufgelegt, wo sich dann sowohl die Schale der roten als auch die der grünen Kaffeekirschen schwarz verfärbt. Wenn dann anschließend die Bohne aus der getrockneten Schale gelöst wird, ist überhaupt kein Unterschied mehr erkennbar. Erst beim Rösten kommt die Wahrheit wieder ans Licht. Auf der einen Seite: Ein gut erkennbarer Eigengeschmack, Fruchtnoten, voller Körper, harmonische Säure – kurzum eine runde Sache. Auf der anderen Seite: Fehlaromen – etwa nach Gummi, Leder oder Waldboden – die von Röstern zumeist durch sehr dunkles Rösten vertuscht werden können. 

Das Bild zeigt Kaffeebohnen, die in der Sonne trocknen. Es sind mehrere Trockenstufen zu sehen, wobei die fertig getrockneten Kaffeeschalen ganz schwarz sind und sich die Reifegrade nicht mehr erkennen lassen.
Billig-Kaffee in drei Trockenstufen. Sobald die Kaffeeschalen getrocknet sind, lassen sich die Reifegrade nicht mehr erkennen.
Bei Kaffeekirschen der Sorte Yellow Bourbon zeigen die reifen Früchte ein strahlendes Gelb
Reife Yellow Bourbon-Varietät. Wer findet die reife Kirsche?

 

Ach ja, und was hat es mit den sattgelben Bohnen auf sich? Sie gehören zu einer besonderen Sorte, bei der die reifen Früchte nicht rot, sondern gelb werden. Im Wiener Rösthaus zu finden als Brasil Yellow Bourbon: https://www.wienerroesthaus.at/kaffee-shop/sortenreiner-kaffee/

 

 

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